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Addis-Abeba

von Sandra Dichtl  (künstlerische Leiterin vom Dortmunder Kunstverein)

Mark Pepper ist an psychischen Abläufen im öffentlichen Raum interessiert. Seine in verschiedensten Medien gefertigten Arbeiten spiegeln auch sein Interesse für den öffentlichen Raum und seine Regeln. Die Ölwachs- und Wachszeichnungen von Straßenszenen in Addis Abeba sind bevölkert von wilden Tieren, wie Eulen, Hyänen und Wölfen, die Zähne fletschend durch die Straßen streunen. Die Natur der Tiere steht genauso wie die traditionell gekleideten Alten in deutlichem Kontrast zu den Baucontainern und Pickups, die den öffentlichen Raum bestimmen. Die Fotografien seiner Portraitskulpturen aus Papiermaché auf Eisengeflecht verwittern wie die alten Steinfiguren an Monumenten. Das verfallene Aussehen dieser Figuren wird durch die Oberflächenbehandlung verstärkt – es wirkt als würden Flechten und Moose sich ausbreiten.

Die Serie „Friendly Fire“ setzt sich zusammen aus einer in Ölwachs gezeichneten Insektenarmee, deren Gliedmaße in Maschinengewehre übergeht und aus recyceltem Material gefertigten Soldaten. Ihre Aufgabe ist, so scheint es, den heimischen, unbedingt zu schützenden Gartenzaun zu verteidigen.

Mark-Pepper-Friendly-Fire

Die Zeichnungen, Malereien und Skulpturen Mark Peppers lenken in eine kritische Richtung, wir machen uns Gedanken über die Gefährdung der Natur durch den Menschen. Pepper zeigt in seinen Arbeiten ein schelmisches Augenzwinkern, das die Werke über die Darstellung der Stadt auf eine Ebene der Schilderung des Menschlichen trägt. Dorthin, wo der Mensch dem Menschen ein Wolf ist.